Der Wohnungsleerstand stagniert

Jinny Verdonck

28. Dezember 2020

Freie Wohnungen zu finden ist hierzulande schwierig. Besonders in den Wachstumsstädten und deren Umland ist die Zahl der Wohnungen, die kurzfristig verfügbar sein können sehr begrenzt, wie Empirica und CBRE festgestellt haben.

Nachdem in den vergangenen 13 Jahren der Leerstand immer weiter abnahm, wurde jetzt erstmalig eine Stagnation beim Wohnungsleerstand verzeichnet. In den vergangenen Jahren sind zwischen 25.000 und 30.000 Wohnungsleerstände pro Jahr abgebaut worden. Dies hat stark dazu beigetragen, die Wohnungsmärkte in den Wachstumsregionen zu entlasten. In 2019 sind nun aber im Vergleich zum Vorjahr lediglich 4.000 Leerstände erneut bewohnbar gewesen. Ende 2019 lag der marktaktive Leerstandsanteil (d. h. der kurzfristig verfügbare Wohnraum) bei 2,8 %. Das entspricht etwa 603.000 Wohneinheiten, womit die Quote auf dem Niveau des Vorjahres liegt. Dies ist das Ergebnis des Leerstandsindex von Empirica und CBRE.

Geringere Leerstandsquote im Westen

Im Osten Deutschlands (ausgenommen Berlin) liegt die Leerstandsquote laut Empirica bei 6,1 %, während im Westen eine Quote von 2,2 % zu verzeichnen ist. In den sogenannten Schrumpfungsregionen herrscht eine Leerstandsquote von 8,6 %, während diese in den Wachstumsregionen lediglich 1,9 % beträgt.

Sowohl in München als auch in Frankfurt liegt die Leerstandsquote sogar nur bei 0,2 %. Gefolgt von Freiburg mit einer Quote von 0,3 % und Darmstadt und Münster mit je 0,4 %. Deutlich höher liegt die Leerstandsquote im Gegensatz dazu in Pirmasens bei 9,3 %, gefolgt von Frankfurt an der Oder und Chemnitz mit einer Quote in Höhe von je 8,4 %. Aufgrund der steigenden Leerstandsquote in Schrumpfungsregionen müsse das Wohnen auf dem Land wieder an Attraktivität gewinnen.

Das Fazit des Leerstandsindex lautet, dass keine Reserven mehr verfügbar sind und Neubau dringend erforderlich ist. Es muss jedoch nicht nur in den städtischen Märkten dringend Neubau entstehen, sondern auch Bauland im Umland von Verdichtungsräumen in der Nähe vom öffentlichen Nahverkehr.