Hohe Investmentaktivität bei Studentenwohnungen

Jinny Verdonck

7. Juli 2017

In Bezug auf Studentenwohnheime wird erwartet, dass Anleger dieses Jahr über 1 Mrd. Euro investieren werden, in der Hoffnung, aus den steigenden Mietpreisen Kapital zu schlagen. Allerdings kam eine Studie von Savills zu dem Ergebnis, dass die Anzahl der Studierenden in immer mehr Städten sinken werde.

Knappes Angebot an Studentenwohnungen

In Deutschland nimmt die Anzahl der Studenten zu. Zum Wintersemester 2016/2017 lag die Zahl der eingeschriebenen Studenten bei ca. 2,8 Millionen. Somit wurde zum neunten Mal in Folge ein Rekord aufgestellt. Dies werde sich jedoch bald ändern, so die Untersuchung. Im Vergleich zum vorherigen Wintersemester wuchs die Studentenanzahl zwar um 1,8 %, allerdings war dies innerhalb der letzten zehn Jahre die geringste Zuwachsrate.

Auch wenn angenommen wird, dass die Zahl der Studenten abnehmen wird, so werde es voraussichtlich nichts am zur Verfügung stehenden Wohnraum ändern, denn dieser bleibe trotzdem knapp. Dies gilt besonders für bezahlbare Wohnungen für Studenten. Im Jahr 2006 gab es in den 30 größten Universitätsstädten noch rund 1,7 Millionen Wohneinheiten für ca. 1,1 Mio. Studenten. Zehn Jahre darauf standen für etwa 1,5 Mio. angehende Akademiker nur noch 1,1 Millionen erschwingliche Wohnungen zur Verfügung. Als bezahlbar wird definiert, wenn die Miete für ein Zimmer 40 % oder weniger des monatlichen Budgets in Anspruch nimmt.

Transaktionsvolumen könnte eine Milliarde überschreiten

In Deutschland wurde im letzten Jahr in Bezug auf Studentenwohnanlagen ein höheres Transaktionsvolumen gehandelt als in den Jahren von 2009 bis 2015 zusammengerechnet. So wurden in 2016 Studentenwohnanlagen für beinahe eine Dreiviertelmilliarde Euro gehandelt. Laut der Savills-Studie wird angenommen, dass das Transaktionsvolumen dieses Jahr mehr als eine Milliarde betragen werde. Da sowohl die privaten Träger als auch Betreiber den Schwerpunkt hauptsächlich auf das Luxussegment legen, werde der Wohnungsmarkt für Studenten nur geringfügig entlastet.

Der Marktanteil der privaten Träger wächst

Noch immer seien die Studentenwerke die größten Anbieter auf dem deutschen Studentenwohnungsmarkt und stellen zurzeit etwa 114.000 Betten zur Verfügung, die sich alle in der Top 30 der größten Universitätsstädte befinden. Jedoch versuchen private Träger aufzuholen. So sind neben den bereits etwa 38.500 bestehenden Betten noch zusätzliche 24.500 in der Planung oder bereits im Bau. Dadurch werden in den nächsten zehn Jahren die Anzahl der Betten auf mindestens 63.000 ansteigen und sich die Zahl somit verfünffachen.

Besonders in den Großstädten, wo der Wohnungsmarkt angespannt ist, wird eine hohe Bauaktivität verzeichnet. So wird laut der Untersuchung von Savills damit gerechnet, dass bis zum Jahr 2021 in den Städten Berlin, Frankfurt, Hamburg, Bremen und Kassel die privaten Träger einen Marktanteil von nicht weniger als 40 % haben werden.