Mietpreisbremse - und nun?

Maria Lengemann

27. November 2014

Die Auswirkungen der Mietpreisbremse für Mieter und Vermieter In der ersten Hälfte des Jahres 2015 soll sie wirksam werden - die Mietpreisbremse. Diese soll dafür sorgen, dass der Anstieg der Mietpreise auf angespannten Wohnungsmärkten gebremst wird. Die Miete in Ballungsgebieten soll dadurch auch für Menschen mit niedrigem Einkommen bezahlbar bleiben beziehungsweise werden. Welche Kriterien dazu führen, dass Gebiete als „angespannte Wohnungsmärkte“ gelten, soll im Gesetz nicht näher benannt werden. Auf angespannten Wohnungsmärkten, auf denen sich Menschen mit niedrigem Einkommen die Miete nicht mehr leisten können, soll die Mietpreisbremse verhindern, dass die Mieten weiter steigen. Hierfür beschränkt sie die mögliche Anhebung der Miete bei einer Wiedervermietung auf maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Wie hoch die ortsübliche Vergleichsmiete, also die Miete von Wohnungen in ähnlicher Lage und mit vergleichbarer Größe ist, zeigt der Mietspiegel der Stadt. Die Mietpreisbremse greift jedoch nicht in jedem Fall. So greift sie nicht, wenn Wohnungen in Neubauten erstmals vermietet werden. Dies gilt für alle Wohnungen, die nach dem 20.06.1948 bezugsfertigt geworden sind. Eigentümer beziehungsweise Vermieter müssen sich auch nicht davor fürchten, nach Sanierungs- oder Instandsetzungsmaßnahmen den Kürzeren zu ziehen. Nach Modernisierungsmaßnahmen greift die Mietpreisbremse nicht. Auch mit einem Sinken der Mieten müssen Vermieter nicht rechnen. Sie dürfen immer mindestens die Miete fordern, die bereits die Vormieter gezahlt haben. Neben der Beschränkung der Mieterhöhung führt die Mietpreisbremse das Bestellerprinzip ein. Waren Wohnungssuchende bisher meistens für die Zahlung der Maklercourtage verantwortlich, muss nun derjenige den Makler bezahlen, der ihn beauftragt. Die Folge der Mietpreisbremse für Kapitalanleger ist, dass diese einerseits genau die Lage der Anlageimmobilien beurteilen sollten, andererseits aber auch rechtzeitig realistische Renditerechnungen anstellen müssen. Immobilien in Szenevierteln lohnen sich damit zukünftig weniger. Immobilien in Lage mit stabiler Mietnachfrage dagegen bleiben interessant. Wer eine Immobilie erwirbt, die vermietet ist, sollte statt der aktuellen Miete zudem die Vergleichsmiete bei der Renditeberechnung berücksichtigen. Besonders attraktiv werden Neubauten als Anlageobjekte, da diese der Mietpreisbremse nicht unterliegen.