Neues GEG-Gesetz: Diese Änderungen rund um den Energieausweis sollten Sie kennen

Jinny Verdonck

24. Oktober 2020

Das neue Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG genannt, wird am 01. November 2020 in Kraft treten. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche wichtigen Änderungen das neue Gesetz in Bezug auf den Energieausweis mit sich bringt.


Das GEG ersetzt die folgenden drei Gesetze/Verordnungen:

  • das Energieeinsparungsgesetz (EnEG)
  • die Energieeinsparverordnung (EnEV)
  • das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)

Sobald das neue GEG in Kraft tritt, verlieren die drei oben genannten Gesetze bzw. Verordnungen ihre Gültigkeit.

 

CO2-Angaben verpflichtend

Angaben zu den CO2-Emmissionen von Gebäuden waren bislang nicht vorgeschrieben, doch das ändert sich nun mit dem neuen GEG. Im Energieausweis müssen fortan Angaben über die Kohlendioxidemissionen eines Gebäudes gemacht werden, die sich entweder aus dem Primärenergiebedarf oder dem Primärenergieverbrauch ergeben. Mit diesen Zusatzinformationen ist es also zukünftig möglich, im Energieausweis etwas über die Klimawirkung des jeweiligen Gebäudes zu erfahren.

 

Vorlage auch durch Makler

Bei einem Verkauf oder einer Neuvermietung hatten bislang nur Verkäufer und Vermieter einer Immobilie die Pflicht, einen gültigen Energieausweis vorzulegen. Doch durch das neue GEG werden auch Immobilienmakler in die Pflicht genommen. Das bedeutet, dass Makler ab November sowohl beim Immobilienverkauf als auch bei der Immobilienvermietung einen Energieausweis vorlegen müssen.

 

Beratungsgespräch für Käufer ggf. Pflicht

Wenn ein Ein- oder Zweifamilienhaus den Besitzer wechselt, so müssen die Käufer nach dem Kaufvertragsabschluss und nach der Übergabe des Energieausweises an einem informativen Beratungsgespräch zum Thema Energieausweis teilnehmen. Die Bedingung hierfür ist jedoch, dass eine derartige Beratung als einzelne Dienstleistung kostenfrei angeboten wird (gemäß § 80 Abs. 4 GEG).

Durchgeführt wird dieses Informationsgespräch von einer Person, die dazu berechtigt ist, Energieausweise auszustellen. Durch die Beratung soll der Käufer die Inhalte des Energieausweises besser verstehen. Zudem wird der Käufer in Bezug auf verschiedene Maßnahmen zur Modernisierung beraten.

 

Beratungsgespräch bei Sanierungen

Aber nicht nur Käufer haben die Pflicht an einem informativen Beratungsgespräch teilzunehmen, sondern auch Eigentümer, wenn eine Sanierung ihres Hauses ansteht. Die Teilnahme an einem Beratungsgespräch ist für Immobilieneigentümer verpflichtend, bevor sie einen Auftrag für die Sanierung vergeben. Dieses Informationsgespräch muss entweder mit einem zertifizierten Energieberater oder mit einer Person geführt werden, die einen Energieausweis ausstellen darf. Wie auch beim Beratungsgespräch für Käufer muss auch hier das Gespräch gemäß § 48 GEG separat und gebührenfrei angeboten werden.

Im Endeffekt sollte auch das beauftragte Handwerksunternehmen – oder die mit der Durchführung der Sanierungsarbeiten beauftragte Person – den Eigentümer darauf aufmerksam machen. Somit sollte es dem Auftraggeber bereits bei der Erstellung des Angebots mitgeteilt werden, dass der Eigentümer verpflichtet ist, an einem Energieberatungsgespräch teilzunehmen.

 

Hintergrund

Am 18. Juni 2020 wurde das neue Gebäudeenergiegesetz vom Bundestag verabschiedet und am 03. Juli 2020 hat auch der Bundesrat seine Zustimmung gegeben. Verkündet wurde es am 13. August 2020 im Bundesgesetzblatt.

Das GEG ist die Umsetzung des Koalitionsvertrages, der Wohngipfelbeschlüsse 2018 und der Maßnahmen, die in den Eckpunkten des Klimaschutzprogramms 2030 bezüglich des Energieeinsparrechts für Gebäude beschlossen wurden. Das neue Gesetz ist eine Zusammenführung von EnEG, EnEV und EEWärmeG. Im GEG ist geregelt, welche energetische Qualität Gebäude vorweisen müssen. Zudem bestimmt es, welche Anforderungen gelten, um in Gebäuden erneuerbare Energien einzusetzen. Darüber hinaus legt das GEG fest, wie Energieausweise erstellt und verwendet werden müssen.

 

Fazit

Ab dem 01. November 2020 werden die EnEG, EnEV und EEWärmeG durch das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) ersetzt. Auch der Energieausweis ist von den Änderungen des neuen GEG betroffen. Künftig müssen die CO2-Emmissionen des Gebäudes im Energieausweis angegeben werden und auch Makler sind zur Vorlage verpflichtet. Neu ist auch, dass in bestimmten Fällen Käufer und bei Sanierungen auch Eigentümer an einem Beratungsgespräch teilnehmen müssen. Sollten Sie nähere Informationen zum GEG wünschen, lassen Sie sich am besten von einem Rechtsexperten beraten. In Sachen Energieausweis unterstützt Sie Ihr CENTURY 21 Makler gerne.